Tarifvertrag gehalt versicherungen

Vergleicht man Tabelle 4.2 mit Tabelle 4.1, so können wir einen groben Überblick über die Veränderungen seit 1990 bekommen. Im öffentlichen Sektor scheint es eine entscheidende Verlagerung von Arbeitsplätzen und Arbeitnehmern in eingetragene Tarifverträge gegeben zu haben. Im privaten Sektor erscheint der Wandel weniger dramatisch und ist stärker zerbrochen. Auszeichnungen sind nach wie vor wichtig, insbesondere in Branchen wie dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel, in denen eine große Anzahl weiblicher, oft schlecht bezahlter Arbeitnehmer tätig ist. Wenn es einen Übergang von den Auszeichnungen im privaten Sektor gibt, so besteht sie sowohl aus der Bewegung in den weniger regulierten Bereich der nicht eingetragenen Einzelverträge als auch der Umwandlung in eingetragene Tarifverträge. In Deutschland und Großbritannien findet man das gegenteiligen Muster. Von Mitte der 1990er Jahre bis 2000 sank die Deckungsquote von 72 % auf 63 % im Westen Deutschlands und von 56 % auf 46 % im östlichen Teil. Eine deutliche Tendenz zu einem Rückgang der Berichterstattung war auch in Großbritannien in den 90er Jahren zu beobachten – die Deckungsquote sank von 49 % im Jahr 1990 auf 35 % im Jahr 1998. Seitdem ist der Trend weniger ausgeprägt, wobei die Rate von 36 % im Jahr 1999 auf 35,5 % im Jahr 2001 zurückging (zwischen 1998 und 1999 gab es einen Bruch in den Datenreihen). In beiden Ländern haben Tarifverhandlungen es nicht geschafft, neue Arbeitsplätze zu integrieren, insbesondere solche, die durch die wachsende Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) geschaffen wurden. Da in allen Ländern Europas neue Unternehmen, insbesondere KMU, entstanden sind, ergibt sich der Rückgang der Abdeckung in Deutschland und Großbritannien aus bestimmten Eigenschaften der dorten Verhandlungssysteme.

In Deutschland werden eine Schwächung der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sowie ein Rückgang der Anwendung von Erweiterungspraktiken als Hauptfaktoren für die rückläufige Abdeckung gemeldet. In Großbritannien hatten der Niedergang der Verhandlungen über mehrere Arbeitgeber und das Versäumnis der Gewerkschaften, die Anerkennung von Tarifverhandlungen bei den Arbeitgebern an neuen Arbeitsplätzen zu erreichen, ähnliche Auswirkungen auf die Deckung. Wie aus Tabelle 7 hervorgeht, sind die Verlängerungsbestimmungen in den 20 betrachteten Ländern durchaus üblich. Mit Ausnahme Norwegens, Schwedens und des Vereinigten Königreichs verfügen alle Länder über mindestens einen Erweiterungsmechanismus wie die Ausweitung im “engen” Sinne, die Erweiterung von Tarifverträgen oder funktionaleäquivalente. In 15 der 20 Länder gelten verschiedene Erweiterungsarten im engeren Sinne, während die Erweiterungsverfahren nur in Österreich, Portugal und Spanien gelten. Funktionale Äquivalente sind in sechs Ländern zu finden, obwohl diese Bestimmungen in drei Fällen lediglich andere bestehende Verfahren unterstützen. In Italien und Slowenien basieren die Erweiterungsmechanismen ausschließlich auf funktionalen Äquivalenten, und insbesondere in Slowenien, wo die Unternehmen in den Industrie- und Handelskammern obligatorisch sind, sind die Auswirkungen auf die Tarifbindung recht stark. Schließlich beziehen wir uns nur auf die formale Abdeckung von Tarifverträgen, die durch ihren Anwendungsbereich abgegrenzt sind. Daher betrachten wir keine informellen “Spillover” der Bedingungen der Tarifverträge auf Unternehmen, die nicht formell unter sie fallen. Die formale Abdeckung von Tarifverträgen umfasst jedoch auch die Arbeitnehmer, die Gegenstand von Verlängerungsverfahren sind. Im Berichtszeitraum gab es zwei wesentliche Veränderungen in den Unternehmensorganisationen. Erstens bedeutet die Fusion zweier großer Arbeitgeberverbände (Keidanren und Nikkeiren in Nihon Keidanren, Japan Business Federation, im Jahr 2003), dass Arbeitsfragen keine wichtigere Angelegenheit mehr sind, um eine separate Organisation zu benötigen, da Nikkeiren 1948 speziell für Arbeitsfragen geschaffen wurde.

Eine weitere wichtige Veränderung war die Machtverschiebung von etablierten Unternehmen (Zaibatsu-Gruppen und quasi-öffentliche Unternehmen wie New Japan Steel oder der Elektrizitätskonzern) hin zu dynamischeren Neuankömmlingen.